| GF42.40-P-0004-03A | Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR V) Funktionsübersicht | Typ 129, 140, 202 ab 1.6.94, 168, 170, 208, 210 mit Code (471a) Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) |
| Im Steuergerät ASR (N47-1) werden die Drehzahlen aller Räder erfaßt und verarbeitet.
Erkennt das Steuergerät ASR (N47-1) aus den Drehzahlsignalen, daß ein oder beide Antriebsräder zum Durchdrehen neigen, beginnt der ASR-Regelbetrieb. Dabei laufen folgende Vorgänge ab: Bremsmomentregelkreis Das durchdrehende Antriebsrad wird über die zugehörige Radbremse abgebremst bis der berechnete Antriebsschlupf erreicht ist. Dadurch kann das andere Rad optimale Antriebskraft übertragen (Sperrdifferentialwirkung). Zum Abbremsen des durchdrehenden Rades wird über ein Drucksystem in der Hydraulikeinheit der Bremsflüssigkeitsdruck in den Bremssattel geleitet (Druckaufbau). Über Magnetventile in der Hydraulikeinheit ASR/ETS (A7/3) wird das Bremsmoment durch Druckaufbau, Druckhalten, Druckabbau geregelt. |
Antriebsmomentregelkreis ASR-Regelung
Um ein für eine optimale Traktion zu großes Antriebsmoment abzubauen (bei durchdrehenden Rädern), erfolgt über die Verbindung zwischen dem Steuergerät ASR und dem jeweiligen Motorsteuergerät: EFP, ME, HFM, MSM oder LH und EZL/AKR (bei Benzinmotor); EVE, ERE oder CRD (bei Dieselmotor) eine Antriebsmomentreduzierung. Benzinmotor mit elektronischem Fahrpedal:Die Drosselklappenstellung wird vom Stellglied gegen die vom Fahrer vorgegebene Fahrpedalstellung reduziert und der Zündzeitpunkt wird zurückgenommen. Benzinmotor mit Kraftstoffabschaltung:Die Kraftstoffzufuhr wird abgeschaltet. Dieselmotor:Die Kraftstoffmenge wird reduziert. Im Steuergerät ASR wird ständig geprüft, ob z. B. infolge plötzlich verbesserter Fahrbahngriffigkeit die Regelfunktionen aufgehoben werden können, um so früh wie möglich das vom Fahrer über das Fahrpedal vorgegebene Antriebsmoment wieder zuzulassen. |
| Beim ASR-Regelbetrieb sind drei Regelbereiche zu unterscheiden: A. Regelbetrieb bei einem durchdrehenden Antriebsrad und bei Fahrgeschwindigkeiten 40 km/h.
Hier ist die Schlupfschwelle der Antriebsmomentregelung höher als die der Bremsmomentregelung. Bei einer Regelung wird somit zuerst die Bremsmomentregelung aktiviert. Dadurch wird der Schwerpunkt auf höchste Traktion gelegt. Dreht das Antriebsrad trotzdem schneller durch, wird zusätzlich die Antriebsmomentregelung aktiviert. B. Regelbetrieb, wenn beide Antriebsräder durchdrehen oder bei Fahrgeschwindigkeit >40 km/h. Die Schlupfschwelle der Bremsmomentregelung liegt in diesem Fall über der für die Antriebsmomentregelung. Bei einer Regelung wird zuerst ein motorseitiger Eingriff durchgeführt. Drehen die Räder trotzdem schneller durch, wird zusätzlich die Bremsmomentregelung aktiviert. Dadurch wird der Schwerpunkt auf höchste Fahrstabilität gelegt. C. Regelbetrieb bei Kurvenfahrt, bei Fahrgeschwindigkeiten zwischen ca. 20 km/h und 120 km/h. |
Dabei tritt die Antriebsmomentregelung, abhängig von der Querbeschleunigung, noch früher als bei Regelbetrieb "B" in Kraft. Dadurch erhöht sich die Fahrstabilität bei Kurvenfahrt. Eine Warnleuchte ASR (A1e21) warnt den Fahrer, wenn eine Radgeschwindigkeit nicht mit der Fahrzeuggeschwindigkeit übereinstimmt. Außerdem informiert sie über den ASR-Regelbetrieb und die ASR-Ausschaltung. Antriebsmomentregelkreis MSR-Regelung (nicht beim Benzinmotor mit Kraftstoffabschaltung) Tritt bei Gasrücknahme ein Schlupf an den Antriebsrädern auf, so wird dies ebenfalls im Steuergerät ASR erkannt. Das Signal (Drosselklappen- bzw. Kraftstoffmengenerhöhung) wird ebenso über den seriellen Datenbus an das Steuergerät EFP oder ME gemeldet. Mit dieser Information kann das Antriebsmoment so verändert werden, daß kein Schlupf an den Antriebsrädern (Motorschleppmoment-Regelung=MSR) entsteht und dadurch die Seitenführung des Fahrzeuges stabilisiert. Dieser Vorgang erfolgt ohne Fahrerinformation (Warnleuchte ASR). Bei zu großem Schlupf an der Hinterachse kann ebenfalls MSR aktiv werden. |